Berichte: Weniger Ausbildungsplätze im Kreis Olpe
Donnerstag, 1. Juli 2010 |
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Olpe, 1. Juli 2010. Die Industrie- und Handelsunternehmen im Kreis Olpe schlossen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 465 Lehrverträge mit jungen Menschen ab. Der Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres falle mit 8,5 Prozent deutlicher aus als noch zu Beginn des Jahres erhofft. Dies machte Rupprecht Kemper, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), bei der Vorlage der Halbzeitbilanz zum Ausbildungsjahr 2010 deutlich: „Im Wesentlichen sind die Rückgänge auf die konjunkturellen Probleme der Unternehmen zurückzuführen. Zudem machen sich erste Anzeichen der demografischen Entwicklung bemerkbar.“ Zwar sei die Konjunktur in vielen Bereichen wieder angesprungen. Insbesondere die Industrieunternehmen trauten der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung jedoch noch nicht „flächendeckend“. Hinzu kämen einzelbetriebliche Sonderentwicklungen. Dies mache sich insgesamt im Kreis Olpe auch in einer behutsameren Bereitstellung betrieblicher Lehrstellen bei vielen Unternehmen bemerkbar. Voraussichtlich könne daher das hohe Niveau der letzten Jahre nicht beibehalten werden.
ie Lage in Olpe gestalte sich derzeit nur unmerklich besser als im Kreis Siegen-Wittgenstein, wo das Minus bei 9,7 Prozent liege. Sorgen machen dem IHK-Vizepräsidenten insbesondere die sinkenden Zahlen bei den gewerblich-technischen Lehrverträgen. In den für die Wirtschaftsstruktur im Kreis Olpe so bedeutsamen industriellen Metall- und Elektroberufen sei beispielsweise ein regelrechter Einbruch bei den Lehrverträgen in einer Größenordnung von 23 Prozent festzustellen. Kemper appellierte vor diesem Hintergrund nachdrücklich an die heimischen Unternehmen, in ihrer Ausbildungsleistung nicht nachzulassen: „Die demografische Entwicklung kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. In weiten Teilen der Industrie ist der Fachkräftemangel bereits heute Realität. Zur betrieblichen Ausbildung besteht daher keine sinnvolle Alternative.“
IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt verdeutlichte, dass es bei der Vorlage der Halbzeitbilanz jedoch durchaus auch einige Lichtblicke gebe. So sei in Olpe das Volumen an kaufmännischen Lehrverträgen sogar um 12,3 Prozent gestiegen. Gehe die Entwicklung in den kommenden Monaten so weiter, könnten die Banken, der Handel und der Dienstleistungsbereich das hohe Niveau des Vorjahres beibehalten. Dies sei ausgesprochen erfreulich. Mockenhaupt rief die jungen Leute dazu auf, größtmögliche Flexibilität bei der Berufswahl an den Tag zu legen. In konjunkturell schwierigen Zeiten könne es nur schwerlich gelingen, jedem Bewerber seinen Wunschberuf zu ermöglichen. Zugleich bot der IHK-Hauptgeschäftsführer in diesem Zusammenhang das ganze Instrumentarium an IHK-Dienstleistungen an, wenn Unternehmen ernsthaft mit dem Gedanken spielten, kurzfristig noch neue Lehrstellen zu schaffen.
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