Infos: Siegen-Wittgenstein als Standort für regenerative Energien weiterentwickeln
Donnerstag, 1. Juli 2010 |
|
Siegen, 1. Juli 2010. „Als waldreichster Kreis Deutschlands haben wir in Siegen-Wittgenstein die besondere Chance, uns einen Kompetenzvorsprung im Bereich der erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Dies ist ein Erfolg versprechender, strategisch angelegter Ansatz, weil er dem Klimawandel entgegenwirkt, unsere Innovationskraft stärkt und zukunftsfähige Arbeitsplätze schafft", so Landrat Paul Breuer. Deshalb gehört es zu den strategischen Zielen des Kreises, die im Rahmen der Zukunftskonferenz bearbeitet werden, Siegen-Wittgenstein als Bioenergieregion nachhaltig weiter zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund findet am Dienstag, 13. Juli 2010, im Bernhard-Weiss-Saal der IHK in Siegen eine Fachtagung zum Thema „Nachwachsende Rohstoffe zur thermischen Verwertung" statt, zu der das Umweltdezernat des Kreises Siegen-Wittgenstein einlädt.
„In anderen Regionen ist dieses Thema bereits heute außerordentlich aktuell, weil es dort große, flache landwirtschaftliche Grünflächen gibt, die recht einfach mit großen Maschinen bearbeitet werden können und auf denen bereits heute Energiepflanzen wie Elefantengras angebaut werden", sagt Kreis-Umweltdezernentin Helge Klinkert: „Die Flächen in Siegen-Wittgenstein sind kleiner, vielfach an Hängen gelegen, und deshalb ist der Anbau bei uns aufwendiger. Dennoch ist es sinnvoll, dass wir uns bereits jetzt mit allen Fragen rund um nachwachsende Rohstoffe beschäftigen, um auf künftige Entwicklungen gut vorbereitet zu sein", so Helge Klinkert.
Wie in allen Bereichen gilt es auch hier unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen. Energieerzeuger möchten preisgünstige Rohstoffe zur thermischen Verwertung einkaufen, Landwirte und Waldbauern stehen in der Regel neuen Einnahmequellen aufgeschlossen gegenüber. Gleichzeitig kann der großflächige Anbau von Energiepflanzen aber auch zu einer Veränderung des Landschaftsbildes führen, die touristischen Interessen zuwiderläuft. „Zudem müssen wir uns fragen, ob wir wirklich jede Pflanze hier haben wollen", erläutert Helge Klinkert: „Es gibt Gräser mit einem hohen Besamungsgrad in einen weiten Umkreis hinein - hat man diese erst einmal hier, wird man sie nie wieder los."
All diese Gesichtspunkte sollen im Rahmen der Fachtagung besprochen werden. Dazu werden verschiedene Kurzvorträge gehalten bzw. Statements abgegeben. So fragt Stefan vom Schemm, Energieberater der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer: „Nachwachsende Rohstoffe - wirtschaftlicher Energieträger für die heimische Wirtschaft?". Dr. Georg Verbücheln vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz beleuchtet Energiepflanzen unter naturschutzfachlicher Sicht. „Anbau landwirtschaftlicher Biomasse im Mittelgebirge - Situation und Perspektiven" ist das Thema von Hans-Bernd Hartmann vom Landwirtschaftszentrum Haus Düsse. Nach der Pause gibt es dann Statements von Dr. Tobias Cremer, RWE Innogy Cogen GmbH, Henner Braach, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Manfred Gertz, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein und von Helga Düben für die Naturschutzverbände. Abschließend besteht die Möglichkeit zum Gespräch.
„Der Kreis versteht sich als Motor und Moderator für die Region", unterstreicht Landrat Paul Breuer: „Unser Ziel ist es, die Nutzung regenerativer Energien voranzutreiben. Wir möchten mit dieser Veranstaltung völlig ergebnisoffen alle Aspekte zum Anbau nachwachsender Rohstoffe zusammentragen, um die Ergebnisse anschließend im politischen Raum zu diskutieren. Deshalb richtet sich diese Fachtagung auch nicht nur an ein Fachpublikum, sondern auch an Vertreter der politischen Gremien und die interessierte Öffentlichkeit", so der Landrat.
Ansprechpartner für Anmeldungen oder weitere Fragen ist Bertram Nöll vom Umweltdezernat des Kreises, Telefon: 0271 333-1390, E-Mail: b_noell@siegen-wittgenstein.de.
|
| |
|