Aktuelles: Wenn Schüler im Internet gemobbt werden
Geschrieben am Montag, 26. April 2010 von Webmaster |
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„Schüler VZ, YouTube, Cybermobbing, Chatrooms - Welche Medien- und Handlungskompetenzen braucht die Schule?" Dieser Frage gingen jetzt rund 200 Lehrer und Schulsozialarbeiter bei einer Fachtagung im Medien- und Kulturhaus Lÿz nach. Organisiert wurde die Fortbildungsveranstaltung von der Kreispolizei Siegen-Wittgenstein, dem Fachservice Jugend und Familie des Kreises Siegen-Wittgenstein und dem Jugendamt der Stadt Siegen. Referent war der Lüdenscheider Diplom-Pädagoge und Experte für Jugendkommunikation Gerhard Engmann.
„Wir erhalten immer wieder Anrufe von Schulen, die Probleme haben, weil Schüler von anderen in sozialen Netzwerken im Internet gemobbt werden. Dabei stellen wir oft fest, dass Lehrer, Eltern und Schulen sich mit sozialen Netzwerken und deren Mechanismen nicht auskennen und Cybermobbing völlig hilflos gegenüber stehen", sagt Axel Heimann, Leiter des Kommissariates Vorbeugung der Kreispolizei. „Internet ist eine tolle Sache mit vielen Chancen und unglaublichen Möglichkeiten. Aber man darf auch nicht blauäugig sein. Deshalb war es uns wichtig, mit dieser Fachtagung Lehrer und Schulsozialarbeiter für die Gefahren zu sensibilisieren, die im Internet lauern", so Gerold Wagener, Fachgebietsleiter Kinder- und Jugendförderung des Kreises Siegen-Wittgenstein.
Ein Hauptproblem ist, dass viele Kinder und Jugendliche völlig unbefangen jede Menge private und zum Teil intime Details aus ihrem Leben ins Internet stellen. „Wenn etwas einmal im Netz ist, dann ist es fast unmöglich, diese Daten wieder zu löschen. Das Internet vergisst nichts!", stellte Gerhard Engmann fest. Viele junge Leute merken das aber erst, wenn der Personalchef bei einem Vorstellungsgespräch Bilder von „Saufgelagen" vorlegt, die der Betreffende vor vielen Jahren als vermeintlich lustig in einem Internetprofil veröffentlicht hatte.
Nicht zu unterschätzen ist auch das Cybermobbing. Wenn früher Schüler auf dem Pausenhof gehänselt und gemobbt wurden, hat sich das heute ins Internet verlagert. Da werden zum Teil systematisch in Foren und Chats Unwahrheiten verbreitet, Fotos manipuliert, Gerüchte in die Welt gesetzt und so Kinder und Jugendliche ausgegrenzt und traumatisiert. Die Zahl solcher Fälle nimmt erschreckend zu, berichtete Engmann. Eine Erfahrung, die auch die Kreispolizei bestätigen kann. Inzwischen kommt es immer wieder zu Anzeigen wegen Cybermobbing.
Engmann empfahl Eltern und Lehrern Anschluss zu halten und in Sachen Internet auf dem Laufenden zu bleiben. „Eltern und Lehrer sollten die Kinder als Experten im Bereich der neuen Medien kennen lernen und im Gegenzug ihren Vorsprung an Lebenserfahrung ins Spiel bringen", so Engmann. Gleichzeitig müssten die Kinder und Jugendlichen über die Konsequenzen ihres Handelns im Internet aufgeklärt werden.
„Das große Interesse an dieser Fachtagung ist für uns - das Jugendamt der Stadt Siegen, den Fachservice Jugend und Familie des Kreises sowie die Kreispolizei -Bestätigung in der gemeinsamen Überlegung, regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikatoren aus den Arbeitsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes anzubieten", so Ralf Klemenz, Jugendschutzbeauftragter der Stadt Siegen. So ist für den Herbst eine weitere Fachtagung zum Thema Gewaltprävention geplant.
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